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Die Ausstellung 2008
In aller Heimlichkeit
(Undercover)
6. September bis 28. September 2008
Vernissage: Freitag, 5. September, 19:00 Uhr
Kloster Weißenohe (Alte Mälzerei), Gemeinde Weißenohe
Öffnungszeiten: Fr. – So. 13:00 – 19:00 Uhr
Finissage: Sonntag, 28. September, ab 17:00 Uhr
Position 1: Privatleben
Das Private, Nichtöffentliche, Intime ist der vor aller Augen verdeckte Teil des gesellschaftlichen Lebens und in zumindest einigen westlichen Ländern ein vor dem Zugriff staatlicher Institutionen sowie vor den Medien geschützter Bereich. Somit ist hier das Obskure ein etablierter Teil der öffentlichen Ordnung. Dieser Umstand erscheint zunächst widersinnig, da ein Ordnungssystem mit einer nicht definierten Größe auch insgesamt nicht definiert werden kann, also keine Ordnung mehr ist, sondern eine Unordnung, ein Chaos. Die Gesellschaft behilft sich in diesem Fall mit dem Ausweg der Abgrenzung und erschafft zwei Systeme, die parallel zueinander existieren sollen. Erstrebt wird die öffentliche Ordnung einerseits und das Privatleben andererseits. Ob letzteres in Ordnung oder Chaos stattfindet, bleibt jedem selbst überlassen, solange nur die allgemeine Ordnung nicht berührt wird.
Da nun jedoch beiden Kategorien dieselben Subjekte angehören, deren Handlungsmuster nach den gleichen Ursachen und Prinzipien funktionieren und deren Interessen ebenfalls identisch sind, wirkt die Trennung durchweg fraglich. Der Gegensatz zwischen partikularem (privatem) und übergeordnetem (allgemeinem) Interesse bildet nicht weniger als die Basis des klassischen Dramas.
Position 2: Heimlichkeit
Ausschließlich heimlich ausgeführte Handlungen stehen im konkreten Gegensatz zur herrschenden Konvention. Werden sie öffentlich, kommt es zum Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft. Der allgemein gebräuchliche Begriff hierfür lautet „Skandal“. Ein solcher liegt vor, wenn die Trennung von öffentlichem und privatem Interesse gegen den erklärten Willen oder gegen etablierte Verhaltensmuster der Mehrheit in signifikantem Maß durchbrochen wird.
Position 3: Veränderungsprozess
Jedes Geheimnis verliert an Attraktivität, je mehr Einzelheiten daraus kolportiert werden, jeder Skandal nutzt sich ab, sofern er durch die Medien kontinuierlich an die Öffentlichkeit getragen wird. Werden etwa grundlegende gesellschaftserhaltende Notwendigkeiten nicht berührt, offenbaren sich durch den Anstoß soziale Defizite. Der Skandal macht also nicht nur Heimliches öffentlich, er funktioniert ebenso als gesellschaftsverändernde Avantgarde.
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